MeditationMeditation ist grundsätzlich etwas anderes als Hypnose, auch wenn man als Übender das Gefühl hat, in der Meditation in einen tranceähnlichen Zustand zu verfallen. Meditation erweitert das Bewusstsein durch achtsame Wahrnehmung, während die Hypnose eine Einengung des Bewusstseins für therapeutische Zwecke ist. Meditation ist an sich keine Methode oder Technik. Es gibt verschiedene Methoden und Techniken, um zu meditieren. Vielmehr behaupte ich, Meditation ist eine dem Menschen angeborene, ganz natürliche Tätigkeit, die auch manche Kinder schon ausführen. Die Grundhaltung ist Achtsamkeit, nicht urteilendes Interesse oder liebevolle Neugier, die Bereitschaft, das anzunehmen, was jetzt ist. Meditation ist das Verweilen im Augenblick, man nimmt sich aus der Spannung zwischen dem Nachsinnen über die Vergangenheit und dem Planen der Zukunft heraus und überlässt sich für eine Weile dem Nicht-Tun. Aktivitäten spielen in der Meditation nicht die Hauptrolle, auch wenn sie ein Element sein können. Es geht dabei um eine lebendige Ruhe, um achtsames Wahrnehmen. Das bewusste Nicht-Tun ist auch etwas ganz anderes als das Nichtstun, das aus Bequemlichkeit oder dem Dösen (= Trance, eingeengtes Bewusstsein) entsteht. Auch letzteres hat seine Bedeutung, z.B. zur Konsolidierung von Gelerntem. Das Nicht-Tun in der Meditation beinhaltet die bewusste und aktive Entscheidung für den gegenwärtigen Augenblick, nicht Auflösung oder Abschweifen, sondern das rechte Maß von Spannung und Entspannung sind hier gefordert, es geht um Sammlung, das vollständige Dasein im Augenblick. Der Mensch zentriert sich, er erdet sich und ruht in sich. Diese Grundhaltung wird bei regelmäßiger Übung ganz natürlich in den Alltag mitgenommen und vom Übenden als eine befreiende Gelassenheit empfunden. Für die Meditation ist daher eine passende Körperhaltung einzunehmen. Im Liegen kann nur schwer meditiert werden! Das gilt besonders für Anfänger. Der Mensch beginnt im Liegen abzuschweifen und sich zu verlieren. Das ist ein vollkommen natürlicher Prozess, der nur schwer zu verhindern ist. In einer sitzenden oder stehenden aufrechten Haltung ist es viel leichter, bei sich und in der Gegenwart zu bleiben und das oben erwähnte rechte Maß zwischen Spannung und Entspannung zu halten. Die körperliche Haltung unterstützt und fördert die innere Haltung. Es ist auch sehr empfehlenswert, die Augen zumindest halb geöffnet zu halten, falls das Objekt der Meditation dies zulässt. Bei einer Musikmeditation oder anderen sinnlichen Erfahrungen können die Augen geschlossen werden, um - ohne Anhaftung - ganz bei der Sache zu sein. Ich praktiziere dies seit meiner frühesten Jugend. Bei meinen regelmäßig stattfindenden Meditationskursen üben wir die Meditation (und Selbsthypnose) mit dem Ziel, sie in den Alltag zu integrieren. Meine Empfehlung zur Vorbeugung jedweder psychischer Störungen lautet: Täglich ein bis zwei Mal 20-60 Minuten meditieren. Auch für die Meditation gilt: Allzuviel ist ungesund. Letzte Änderung: 11.03.2012 |